Das Infopaket zu "GABRIEL - im Auftrag des Herrn"


"GABRIEL - im Auftrag des Herrn"
Grandiose Uraufführung

Bild: Michael Dippel

Wir von Vox Musica schweben noch immer auf einer Wolke über Seligenstadt. Ein HERZLICHES DANKESCHÖN an alle, die unsere Aufführungen begleitet und unterstützt haben. Wir hatten großzügige Sponsoren und ein großartiges Publikum!

Dreimal ausverkauft - das hätten wir nicht erwartet! "GABRIEL - im Auftrag des Herrn", dieses wunderbare Werk von Thomas Gabriel, wird lange nachklingen und -wirken. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren tief berührt und bewegt. Eine tiefe Verbeugung vor "unserem" Komponisten! Und vor unserem energiegeladenen Chorleiter Christoph Dombrowski!

Dank auch an unseren genialen Tontechniker Christoph Albrecht!

In der Offenbach-Post könnt Ihr heute eine Kritik der Uraufführung lesen: https://www.op-online.de/region/seligenstadt/ 

Und tolle Aufnahmen, die Michael Dippel von den Aufführungen gemacht hat, findet Ihr hier: https://www.blende64.eu/events/events-2019/191229-vox-musica-gabriel-im-auftrag-des-herrn/

 

 

 

Unsere Solistinnen und Solisten

Wir wollen Eure Vorfreude auf das Oratorium "GABRIEL - im Auftrag des Herrn" wecken und präsentieren schon einmal unsere Solistinnen und Solisten. Da wir alle Rollen doppelt besetzt haben, werden Euch Gabriel, Maria und all die anderen in dieser Rubrik zweimal begegnen. Um sich und ihren Part vorzustellen, haben alle Sängerinnen und Sänger einen Fragebogen beantwortet (siehe unten). Heute sollt Ihr aber noch einen ganz besonderen Mitwirkenden kennenlernen.

 

GENERALMANAGER

Martin Bergmann tritt zwar bei "GABRIEL - im Auftrag des Herrn" nicht solistisch ans Mikrophon, hat aber gleich mehrere tragende Rollen, die er mit Bravour meistert. Er ist sozusagen der Generalmanager unseres Projektes "Uraufführung", hat Noten Korrektur gelesen, Probenpläne geschrieben, Choregraphien für die Choraufstellungen entworfen, Podeste gezimmert, die Orchestermusiker verpflichtet, Partituren druckfertig erstellt - und und und. Er ist im Vorstand dieses wunderbaren Chores der Mann für den besonderen Ton in motivierenden Mails, wirkt als Mediator im Hintergrund und springt in jede Lücke, die sich plötzlich auftut. Und so ganz nebenbei ist er im Tenor stimmlich  auch Stütze und Halt für viele andere. Ein Alltags-Engel eben, der das "Fürchte Dich nicht!" ausstrahlt, die Dinge anpackt und damit auch andere beflügelt. DANKE!  

 

GOTT

Name?
Jörg Schaefer

Stimmlage?
Bass II

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seit 2001

Deine Rolle?
Gott

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?

Der Schöpfer der Welt überrascht mich immer wieder und zeigt mir durch perfekte Blumen, wunderschöne Tiere, atemberaubende Berge und das weite große Meer, wie kreativ er ist. Er hinterlässt in mir ein Gefühl, dass es mehr gibt, als das, was wir als Menschen mit dem Verstand erfassen können.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Ich war Chagal in  „Tanz der Vampire“, Priester in „Jesus Christ Superstar“, Kaiser Karl in „Eginhard und Emma“ und  Achilles in „Troja das Paris Musical“.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen? 
Weil sie ein absolut tolles Oratorium vom Thomas Gabriel verpassen würden.

 

MARIA

Name?
Carina Obermeier

Stimmlage?
Hoher Sopran

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seit ca. 15 Jahren

Deine Rolle?
Maria

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Der Engel Gabriel überbringt Maria den Auftrag Gottes, den Jesus Christus zu gebären. Sie reagiert anfangs zögerlich, kritisch und fühlt sich nicht bereit für diese Aufgabe. Es entsteht ein Zwiegespräch. 

Was sagt Dir die Person?
Maria ist die Mutter Jesu Christi.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?
Neben der klanglichen Gestaltung, die Aussprache nicht zu vergessen. 

Hast Du schon einmal als Solistin auf der Bühne gestanden?
Ja, schon mehrfach.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Weil dieses Stück die Weihnachtsgeschichte in einen größeren Kontext setzt - das Alte Testament mit dem Neuen Testament in Verbindung bringt. Außerdem macht es einen riesen Spaß, der aufwendigen Komposition zu lauschen. 

 

 

EVANGELIST

 

Name?
Thomas Millitzer                         

Stimmlage?
Bass/Bariton

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seit 1993

Deine Rolle?
Evangelist

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Der Evangelist holt als Verkünder des Evangeliums die Zuhörer des Oratoriums ab und führt sie in die Szene und in das Geschehen ein. Er ist für mich das Bindeglied zwischen Zuhörer und Werk.

Was sagt Dir die Person?
Der Evangelist ist für mich eine vertraute Person, die uns wie eine Art Facebook oder Twitter das Leben Jesu näherbringt.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?
Die Herausforderung des Oratoriums liegt in der Interpretation und Darstellung der vielen verschiedenen Themen und Phrasen mit den verschiedensten Melodien und raschen Tempowechsel.  Die Tonmalerei unterstreicht dabei die unterschiedlichen Texte des Stücks.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Mehrfach in verschiedenen Rollen bei Musicalaufführungen von Vox Musica: Kaiser Franz (Elisabeth 1999), Graf Krolock (Tanz der Vampire 2003), König Herodes (Jesus Christ – Superstar 2004), Ritter Mondragon (Eginhard und Imma 2007/2008), Odysseus (Paris – Die Sage von Troja 2013) und bei Projekten von Thomas Gabriel, u.a. als Abt Molitor beim Lustical 2012.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?  Faszinierend an „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ ist, dass der Beginn des Oratoriums zugleich auch das Ende ist – und genau diese Ende ist eigentlich wiederum der Beginn – der Beginn der Faszination über das Leben Jesu. Die Verkündigung, die wir als geläufigen Bestandteil des Evangeliums kennen, wird uns aufgezeigt als „der letzte Versuch“ Gottes, die Welt zu erlösen – eine provokante aber auch zugleich schlüssige Sache, wenn man „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ erlebt hat.

 

 

LOT

 

Name?
Tobias Schwab

Stimmlage?
Tenor

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
2006 war mein erstes Konzert – ein Open Air im Palatium mit feurigem lateinamerikanischem Programm. Das war mein Sommermärchen! Und wir schreiben es bei Vox Musica gemeinsam noch immer Jahr für Jahr mit aufregenden Kapiteln fort.

Deine Rolle?
Lot

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Er ist ein Neffe Abrahams und im Alten Testament (Buch Genesis) Hauptfigur der Erzählung vom Gottesgericht über die sündige Stadt Sodom. Lot nimmt die beiden Fremden bei sich auf, die nach Sodom kommen, um nach den Gerechten zu suchen, die vor der drohenden Zerstörung der Stadt gerettet werden sollen. Den Ausgang der Geschichte kennt Ihr …  Die Fremden, die sich als Engel erweisen, führen Lot und seine Familie vor die Stadt, um fliehen zu können. Lots Frau aber blickt während der Flucht entgegen dem Verbot der Engel zurück und erstarrt zur Salzsäule.

Was sagt Dir die biblische Person?
Zwei Dinge beindrucken und bewegen mich. Zum einen die orientalische Gastfreundschaft Lots Fremden gegenüber! Mich erinnert das ganz aktuell an die Nachbarländer Syriens, die Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Obwohl sie selbst in viel ärmeren Verhältnissen leben als wir. Zum anderen: Lot wird der „Gerechte“ genannt.  Wir sind schnell dabei, uns ungerecht behandelt zu fühlen. Vielleicht aber sollten wir öfter über die eigene „Gerechtigkeit“ nachdenken.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Es geht für meine Verhältnisse hoch hinaus.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Wenn das zählt: Als Kantor singe ich regelmäßig in Gottesdiensten. Oft spreche ich auf Bühnen. „Lot“ ist meine erste sängerische Rolle vor großem Konzertpublikum. Aber es sind ja nur wenige Takte …

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Hey, es  ist ein echter Thomas Gabriel! Muss man da noch argumentieren? Und es ist eine Uraufführung. Etwas noch nie Dagewesenes wird sich ereignen. Der Kern der Weihnachtsbotschaft – Gott wird Mensch und macht sich angreifbar – wird in „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ Musik. Im tiefsten Sinne anrührend, aber nicht rührselig.

 

 

DANIEL

Name?
Thomas Klostermann

Stimmlage?
Tenor

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Ich bin seit 2005 dabei.

Deine Rolle?
Daniel

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Im Alten Testament zurzeit Nebukadnedzars erhielt Daniel von Gott die Gabe zu sehen und Träume zu deuten. Nebukadnezar hatte einen Traum und ließ ihn von seinen Bediensteten deuten, die sich wanden und ihn nicht aufklären wollten. Nebukadnezar ließ daraufhin alle töten. Als Daniel und seine Freunde von den Soldaten gegriffen wurden ließ er sich vor den König führen und prophezeite ihm, dass sein Königreich untergehen werde und kündigte ein Reich an, dass die ganze Welt beherrschen solle.

Hast Du schon einmal als Solist/Solistin auf der Bühne gestanden?
Als Solist habe ich in „Eginhard und Imma“ den Troubadour gesungen, in „Paris“ war ich Hektor. Und im Chor „Reine Männersache“ habe ich ein paar kleiner Duette gesungen.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Oratorium zeigt auf, dass die Themen, die Menschen bewegen, früher wie heute die gleichen sind und dass die Lösung dieser Aufgabe(n) noch immer vor uns liegt. Es sind alte Geschichten, die aktuell sind! Thomas Gabriel hat den Bezug zu heute mit einer Leichtigkeit hergestellt, die Hoffnung macht, die Menschen könnten es doch noch schaffen. Und für mich ist es tatsächlich so: wir haben eine Aufgabe und tragen Verantwortung dafür, dass wir als Menschheit glücklich werden. Und welcher Zeitpunkt eignete sich besser dafür als Weihnachten und der bevorstehende Jahreswechsel.

 

 

GABRIEL

Name?
Dominique Garcia Marschall

Stimmlage?
Tenor

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seitdem ich 1999 aus dem Schulchor nach einer Empfehlung von Christoph Dombrowski zu Vox Musica gewechselt bin, also in diesem Jahr seit genau 20 Jahren. 

Deine Rolle?
Gabriel

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Tja, wie stellt man sich einen Engel vor? Wenn man sich über Engel informiert, stößt man sogar auf eine Engelskunde, die sogenannte Angelologie. Sehr theoretisch und theologisch das Ganze. Aber um bei Gabriel zu bleiben: Gabriel ist der Verkünder, der Bote Gottes. Er ist auch ein Kämpfer, der den Willen Gottes durchsetzt.

Was sagt Dir die biblische Person?
Um ehrlich zu sein, wusste ich außer der Verkündigung Jesu an Maria nicht sonderlich viel über den Erzengel Gabriel oder habe es seit meinen letzten religiösen Bildungsstudien als Kind vergessen. In jedem Fall eine echte Herausforderung! Wie singt man einen Engel?

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Singe einen Engel, haben sie gesagt, du wirst das schon machen, haben sie gesagt. Und siehe da: Ich singe einen Engel. Ob der Erzengel passend verkörpert werden kann und das Erscheinungsbild der allgemeinen Vorstellung entspricht, gilt es selbst herauszufinden.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Ich war Paris in "Troja", Tony in der "Westside Story",  Troubadour in "Eginhard und Imma", ein Inline-skatender Begleiter des Vergnügens in "Rappresentatione di Anima, et di Corpo", Butler in  “Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat", Offizier in "Elisabeth", Alfred in "Tanz der Vampire" und Johann im "Lustical". Und nicht zuletzt stand ich als Jesus in "Jesus Christ Superstar" auf der Bühne. Meine Solistenrollen haben mich  immer auf wunderbare Weise begleitet. Ach ja, und als Schulbandmitglied auf unzähligen Konzerten war ich ebenfalls unterwegs. 

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Es ist ein faszinierendes aber auch stellenweise komplexes Werk. Ich empfehle unbedingt, vorher das Programmheft zu konsultieren, um die Musik passend zum Inhalt genießen zu können. Und im Übrigen empfehle ich es auch Freunden anderer Musikrichtungen, da es wirklich ein ganz schönes Getöse mit einem tollen Chor und einer eher ungewöhnlichen Instrumentenbesetzung wird.

 


ELISABETH

Name?
Lisa-Maria Buck

Stimmlage?
Alt 1

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Frühjahr 2014

Deine Rolle?
Elisabeth

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Elisabeth ist die Mutter von Johannes dem Täufer; die Geburt ihres Sohnes ist für sie ein Wunder, da sie und ihr Mann Zacharias kein Kind bekommen können. Außerdem ist sie eine Verwandte und enge Vertraute von Maria und spürt, dass diese Jesus, den Messias, zur Welt bringen wird.

Was sagt Dir die biblische Person?
In erster Linie wird an ihr beispielhaft deutlich, dass der Glaube Berge versetzen kann und Wunder geschehen können, wenn wir es denn zulassen. Damit meine ich aber nicht nur den Glauben an Gott, sondern auch den Glauben an uns selbst.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Neben den an manchen Stellen herausfordernden Tonartwechseln erweist sich die Artikulation als komplex. Ein stimmhaftes „W“ zu singen, ist nicht so leicht und der Widder soll auch kein hessischer Widdä sein.

Hast Du schon einmal als Solist/Solistin auf der Bühne gestanden?
Naja, ich habe mal letztes Jahr etwas hlonolofatsat.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Diese unglaubliche Dynamik des Stückes und die Freude und Hingabe der Sängerinnen und Sänger beim Singen muss man erlebt haben!

 

 

ABRAHAM

Name?
Peter Gmehling

Stimmlage?
Bass

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Vor 30 Jahren schon mal … dann Wiedereinstieg 2015.

Deine Rolle?
Abraham

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Gott spricht mit Abraham über die Sünden, die in Sodom und Gomorrha geschehen sind. Abraham bittet Gott, Sodom zu verschonen, sollten dort gerechte Menschen leben. Zuerst bittet er, die Stadt zu verschonen, wenn es dort fünfzig gerechte Menschen geben sollte. Als Gott einwilligt, handelt er die Zahl nach und nach bis auf zehn gerechte Menschen herunter. 

Was sagt Dir die biblische Person?
Abraham gilt als einer der drei Stammväter des Judentums, des Christentums und des Islam. Von seinem Sohn Ismael soll der Prophet Mohammed abstammen. Alle drei Weltreligionen sind monotheistisch, kennen also nur einen Gott. Dieser Gott besitzt Eigenschaften, die in der menschlichen Gesellschaft gemeinhin als positiv erachtet werden, jedoch in absoluter Form: unfehlbare Gerechtigkeit, allumfassende Liebe und Güte.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Tempowechsel, abrupte Wechsel der Tonarten und des Rhythmus'. Die Pausen und Einsätze sind mitunter diffizil.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Beruflich als Redner oder Moderator, als Jugendlicher bei Klavierabenden, aber nicht als Sänger.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Die Mischung macht´s..: Tempowechsel, eine ungewöhnliche Mixtur aus Klassik, Kirchenmusik, Pop und orientalischen Klängen. Das Unerwartete im nächsten Takt, das Zusammenspiel zwischen Chor, Solisten und Orchester. Es ist „neu“, noch niemand hat dieses Oratorium aufgeführt und gehört. Inhaltlich greift es eine alte Botschaft wieder auf, die seit Jahrhunderten auch heute noch aktuell ist: Gott vergisst seine Menschen nicht und wird nicht müde, sie auf ihrem selbstgewählten Weg zu begleiten. Aber es liegt in unserer Hand, was werden wird.

 

 

EVANGELIST

Name?
Ralf Albrecht

Stimmlage?
Bariton

Seit wann singt Du bei Vox Musica?
2005

Rolle?
Evangelist

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Der Evangelist hat seinen „Einsatz“ zu Beginn und am Ende des Oratoriums. Er berichtet und erzählt über die Geschehnisse der ersten Begegnung des Erzengels Gabriel und Maria.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“ 
Die Evangelisten-Rolle ist toll – gesanglich ist es ein Geschenk und die Melodien gehen mir nicht mehr aus dem Ohr. Die eigentliche Herausforderung ist, dass man mit dem Orchester das Oratorium eröffnet und gefühlt noch mehr Aufmerksamkeit erhält und dass ich mich in einer Passage parallel zum gesamten Chor- und Orchesterensemble gesanglich behaupten muss. 

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
2007 und 2008 als Eginhard in „Eginhard & Imma“ und 2013 in „Troja“ als Agamemnon.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
„Gabriel – Im Auftrag des Herrn“ ist geistliche Musik im modernen Gewand. Auch für alle Interessierten, die dem Glauben oder Kirche vielleicht gar nicht nahe stehen eine Bereicherung, da biblische Geschichten wie Sodom und Gomorrah, die quasi jeder irgendwie schon mal gehört hat, in eine so abwechslungsreiche und spannende musikalische Inszenierung gefasst sind.
Und nach dem Trubel der Weihnachtstage ist es mit Sicherheit eine willkommene Abwechslung.
 

 

LOT

Name?
Martin Köhler

Stimmlage?
Tenor 2

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Ich bin seit 2018 dabei.

Deine Rolle?
Lot

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Lot, der Neffe von Abraham, lädt zwei Engel zu sich ins Haus und einem gemeinsamen Abendessen ein.

Was sagt Dir die biblische Person?
Lots Geschichte seiner Flucht aus Sodom ist in Bibel und Koran erwähnt.  Etwas Furchtbares muss damals passiert sein.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Thomas Gabriel verwendet wunderschöne, aber auch anspruchsvolle Harmonieabfolgen. Das macht es immer spannend und sorgt für viel Freude.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Vom Jazzpiano in kleinen Formationen kenne ich die Bühne, aber als Solist ist das auch für mich eine Premiere.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Die Energie der Solisten, des Komponisten und des gesamten Chors – das zu erleben macht einfach Spaß, ist einzigartig! Toll auch als Geschenk zu Weihnachten.

 

ELISABETH

Name?
Andrea Wettig

Stimmlage?
Alt 2

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Ich habe den Chor 1974 mitgegründet.

Deine Rolle?
Elisabeth

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Maria, die vom Engel Gabriel gerade ihren ganz besonderen Auftrag erhalten hat und ihre Zukunft noch kaum begreifen kann, macht sich sofort auf den Weg, diese aufregende Nachricht ihrer Verwandten Elisabeth mitzuteilen. Sie suchte sicherlich eine Vertraute, mit der sie ihre Gefühle und Gedanken teilen konnte.

Was sagt Dir die biblische Person?
Elisabeth, der man eine Schwangerschaft schon lange nicht mehr zutraute, wird Johannes zur Welt bringen. Johannes wird später in einem besonderen Verhältnis zu Jesus stehen, prophezeien, ihn dann taufen!

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Die Elisabeth zu singen steht für mich in ganz persönlichem Bezug, da mein ältester Sohn Johannes heißt. Das Oratorium macht mir insgesamt viel Spaß und es fordert mein gesangliches Potenzial.

Hast Du schon einmal als Solistin auf der Bühne gestanden?
Ja, in mehreren Musicals: als Sophie in „Elisabeth“, im „Tanz der Vampire“ als Wirtin, als Zofe in „Eginhard und Imma“. Und auch in „Troja“ war ich solistisch unterwegs.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
„Gabriel - im Auftrag des Herrn“ ist ein ganz außergewöhnliches Werk. Und es wird für jeden eine ganz besondere Erfahrung werden, die Verkündigung in vielfältigsten musikalischen Facetten zu erleben und  zu verstehen.

 

DANIEL

Name?
Thomas Millitzer

Stimmlage?
Bass/Bariton

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seit 1993

Deine Rolle?
Daniel

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Der Name Daniel bedeutet „Gott ist / sei mein Richter“. Daniel war ein jüdischer Traumdeuter und Seher im babylonischen Exil. Das nach ihm benannte Buch Daniel entstand während der akuten Verfolgung des Judentums Die Visionen im Buch kündigen die Endzeit und die Auferstehung der gerechten Juden.

Was sagt Dir die biblische Person?
Faszinierend an der Gestalt des Daniel ist für mich, dass er auch trotz lebensbedrohlicher Verfolgung seinem Auftrag und seinem Gott treu geblieben ist. Ein Vorbild für alle.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?
Die Herausforderung des Oratoriums liegt in der Interpretation und Darstellung der vielen verschiedenen Themen und Phrasen mit den verschiedensten Melodien und raschen Tempowechsel.  Die Tonmalerei unterstreicht dabei die unterschiedlichen Texte des Stücks.

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Mehrfach in verschiedenen Rollen bei Musicalaufführungen von Vox Musica: Kaiser Franz (Elisabeth 1999), Graf Krolock (Tanz der Vampire 2003), König Herodes (Jesus Christ – Superstar 2004), Ritter Mondragon (Eginhard und Imma 2007/2008), Odysseus (Paris – Die Sage von Troja 2013) und bei Projekten von Thomas Gabriel, u.a. als Abt Molitor beim Lustical 2012.

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen? 
Faszinierend an „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ ist, dass der Beginn des Oratoriums zugleich auch das Ende ist – und genau diese Ende ist eigentlich wiederum der Beginn – der Beginn der Faszination über das Leben Jesu. Die Verkündigung, die wir als geläufigen Bestandteil des Evangeliums kennen wird uns aufgezeigt als „der letzte Versuch“ Gottes, die Welt zu erlösen – eine provokante aber auch zugleich schlüssige Sache, wenn man „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ erlebt hat.

 

 
GOTT

Name?
Gerald Reichenbach alias Prinz Gerald 1. vom Schlumberland.

Stimmlage?
Nun ja … eigentlich Bariton, aber seit langem  Bass 2, aber war auch schon Tenor 2.

Seit wann singst Du bei Vox Musica?
So genau festmachen kann ich das gar nicht, aber sehr wahrscheinlich seit 1987.

Deine Rolle?
Gott … was soll nach Prinz auch sonst noch kommen!? ;-

Kannst Du Deine Figur kurz vorstellen?
Im Oratorium hat Gott nur zwei kleine Stellen und die erste ist eher reumütig, denn er hat kein Glück mit den Menschen und ist auch nicht zufrieden mit dem Menschen, den er geschaffen hat. Aber wohl auch mit sich selbst, denn statt zu erschaffen zerstört er immer wieder alles. Der „Menschenhandel“ um Leben und Tod mit Abraham lässt ihn auch noch unglücklich erscheinen, aber irgendwie hat er keine Durchsetzungskraft. Eigentlich erwartet man doch von einem Gott, dass er über alles erhaben ist, aber im Oratorium wird er m.E. eher als ein glückloser Mensch dargestellt.

Was sagt Dir die biblische Person?
Gott ist die oberste Instanz in der Religion und im christlichen Glauben besteht diese Figur aus drei Teilen (Trinität). Gott wird als der Erlöser, aber auch als oberster und nicht immer gütigster Richter genannt. Irgendwie eine überirdische  „Figur“ mit „magischer“ Macht und doch manchmal hilflos wirkend.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn?“
Die Synkopen und die rhythmisch nicht immer einfachen Einsätze, sowie die .vielen Tonartwechsel fordern meine ganze Konzentration. Auch der Tonumfanng in meiner Rolle von etwas mehr als zwei Oktaven geht an meine Grenzen

Hast Du schon einmal als Solist auf der Bühne gestanden?
Schon mehrfach: Toni (WestSideStory), Herzog Max-Josef (Elisabeth), Alfred (Tanz der Vampire), Pilatus (Jesus Christ), Sir Mondragon (Eginhard & Imma), einer der drei Betrunkenen (Paris).

Warum sollten Freundinnen/Freunde geistlicher Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Es sind schöne Musikstücke, die den geistlichen Text umhüllen, und es lohnt sich, diese anzuhören.

 

 

MARIA

Name?
Nadja Rausch


Stimmlage?
Sopran 1


Seit wann singst Du bei Vox Musica?
Seit etwa eineinhalb Jahren

Deine Rolle? Maria

Kannst du Deine Figur kurz vorstellen? Was sagt Dir die biblische Person?
Naja, sie ist Maria - die Mutter Gottes. Was soll man da noch groß zu sagen. Sie hat ihre Selbstzweifel überwunde und Ja zu Gott gesagt.

Worin liegt für Dich die besondere gesangliche Herausforderung?
Vor allem aus mir herauszukommen. Ich sterbe nämlich immer vor Aufregung und will gerade die hohen Töne nicht verhauen, dadurch blockiere ich mich manchmal selbst.

Hast Du schon einmal als Solistin auf der Bühne gestanden?
Ja, habe ich. Witzigerweise hatte ich mein erstes Solo bei Thomas Gabriel im Kinderchor mit dem Lied „Gabriel to Mary came“.

Warum sollten Freundinnen/Freunde der geistlichen Musik die Uraufführung nicht versäumen?
Ich denke nicht nur Freunde geistlicher Musik, sondern allgemein Freunde der Musik sollten sich anhören, was Thomas wieder gezaubert hat. Es ist genau das Richtige in der stressigen Weihnachtszeit um einfach innezuhalten und schöne Musik zu genießen.

 

 

 

Das Interview zu
"GABRIEL - im Auftrag des Herrn"

Gespräch im Klostergarten: Tobias Schwab interviewt Thomas Gabriel. (Foto: M. Bergmann)

 

„Engel begleiten mich durch mein Leben“
Komponist Thomas Gabriel über sein neues Oratorium, die Bedeutung geistlicher Orte, den unkaputtbaren Bach und den Seligenstädter Chor Vox Musica

Zum Interview treffen wir uns im Musikzentrum St. Gabriel in Hainstadt - jener Ort, an dem Karmelitinnen mehr als 65 Jahre ein kontemplatives Leben im Gebet führten. Hier wirkt Thomas Gabriel seit 2016 als Kantor für Neue Geistliche Musik. "St. Gabriel beflügelt" lautet das Motto des Hauses - vor allem auch den musikalischen Leiter selbst, der stets mehrere Projekte am Laufen hat.

Thomas Gabriel, heute schon komponiert?
Nein, am Vormittag war ich im Büro, habe Mails beantwortet und Projektstapel geordnet.

Gehen einem Komponisten nicht ständig Melodien durch den Kopf?
Das stimmt. Sogar wenn ich morgens aufwache, habe ich oft den Eindruck, ein Nachtkonzert erlebt zu haben.

Schreibst Du das dann am Morgen gleich auf?
Tatsächlich ist es so, dass mir die besten Kompositionen gelingen, wenn andere noch schlafen. Wenn etwas Größeres ansteht, bin ich dann sehr früh wach, um diese Stimmung, die ich nachts durchlebt habe, zu nutzen. Und dann fließt es eigentlich immer.

Wir sind hier im Musikzentrum St. Gabriel, einem ehemaligen Kloster der Karmelitinnen, in dem Du nun als Musiker arbeitest. Was bedeutet Dir dieser Ort?
Ich liebe spirituelle Orte und war deshalb auch sehr gerne an der Basilika in Seligenstadt tätig. Man merkt auch St. Gabriel an, dass hier viel gebetet wurde. Solche geistlichen Orte haben eine viel größere Bedeutung als oft vermutet wird. Wenn sie aufgegeben werden, geht vielen Menschen eine Mitte verloren. Deshalb ist es so wunderbar, dass die Kapelle auch nach dem Wegzug der Ordensschwestern erhalten werden konnte und St. Gabriel als Zentrum für geistliche Musik eine neue Funktion bekommen hat.

Hier hast Du jetzt die Komposition „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ vollendet, ein Werk für den Seligenstädter Chor Vox Musica. Thomas Gabriel, das Musikzentrum St. Gabriel und nun das  Oratorium „Gabriel“. Was kommt da zusammen?
Es ist schon witzig, dass ich jedem Erstkontakt erklären muss, dass der Name des Musikzentrums keinem Größenwahn meinerseits entspringt und das Haus nicht nach mir benannt ist. Aber im Ernst: Das Oratorium "Gabriel" betrifft mich schon mehr, als ich zu Beginn dachte. Engel begleiten mich durch mein Leben. Schon vor etwa 20 Jahren habe ich im Auftrag von Kardinal Lehmann die CD „Mein Engel“ gemacht. Und als ich mich zum Ende meiner Zeit als Kirchenmusiker in Saarbrücken nach einer neuen Stelle umgeschaut habe, kam ich nach Seligenstadt und sah „Gabriel“ auf dem Engelsturm der Basilika stehen und auch auf der Klostermauer. Da hab ich mir gedacht: Das ist doch jetzt ein Zeichen. Die Idee, „Gabriel“ nun ein eigenes Werk zu widmen, ergab sich dann im vergangenen Jahr in einem Gespräch mit Martin Bergmann.

„Gabriel – im Auftrag des Herrn“ ist ein Oratorium. Erklär' uns doch kurz diese musikalische Form.
Oratorien haben grundsätzlich immer geistliche Inhalte. In diesem Begriff steckt das lateinische Verb  orare (beten). Es handelt sich also eigentlich um ein musikalisches Gebet. Im Unterschied zum Musical ist ein Oratorium kein Theaterstück, es gibt also keine szenische Handlung auf der Bühne. Meistens sind Oratorien großformatig angelegt, also für Chor, Solisten und Orchester – und in meinem Fall für Orchester und Band.

Du hast auch den Text für „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ verfasst. Welche Erfahrungen hast Du beim Schreiben gemacht?
Ich hab schon vor zehn Jahren begonnen, auch selbst zu schreiben, weil ich oft nicht glücklich war mit Texten, die ich mir gewünscht, aber nicht bekommen habe. Mein erstes Libretto war die „Heimatmesse“. Da hab' ich gemerkt, dass das eigentlich ganz gut geht. Der Text für „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ war für mich eine besondere Herausforderung. Die Geschichte versucht zu zeigen, was ein Engel ist. Mir war wichtig zu erklären, dass der christliche Glaube zum Leben nicht noch irgendwie dazukommt, sondern dessen integraler Bestandteil ist.

Kannst Du uns die Handlung von „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ skizzieren?
Jeder kennt wahrscheinlich die Verkündigungsszene aus dem Neuen Testament. Der Engel kommt zu Maria und sagt ihr, dass sie auserwählt sei, Gott auszutragen. Ich habe diese Szene weitergesponnen. Maria fragt den Engel: Warum ich? Ich bin jung, nicht besonders gebildet … Und Gabriel antwortet: Du bist nicht Gottes erster Versuch, sondern sein letzter! Der Engel erzählt dann, wie Gott versucht hat, die Menschheit zu retten. Und das geht von Noah, der großen Flut, über die großen Propheten bis dahin, dass er sich ganz klein macht und selbst Mensch wird.

Du spielst auch auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen an, wenn es etwa in der Szene „Sodom und Gomorra“ heißt: „Alles was geordnet sie noch gestern, wird gefressen von der Gier ...“  An was hast Du da vor allem gedacht?
An Banken und Börsen, konkret an Frankfurt City. Ich kenne viele clevere Leute, die mit Aktiengeschäften eine Menge Geld machen. Ich frage mich dann immer, wo kommt dieses Geld eigentlich her? Das muss doch irgendjemandem weggenommen werden! Dieses unersättliche Verlangen, wenn man alles hat, noch mehr haben zu wollen, das verstehe ich nicht. Und leider gibt es diese dramatischen, schrecklichen Szenen aus dem Alten Testament auch heute noch. Man muss nur einmal die Augen öffnen. Die Welt ist nicht besser geworden. Die Story ist noch immer die Gleiche.

Wie ist das beim Texten – denkst Du, hörst Du die Melodie dabei immer schon mit?
Das sind eigentlich zwei voneinander unabhängige Schaffensprozesse. Beim Texten achte ich allerdings darauf, dass das Versmaß mir danach keine Probleme bereitet.

Wie geht eigentlich Komponieren? Wartest Du da auf den Moment der Inspiration oder hat das mehr mir Disziplin und Tagesstruktur zu tun?
Ich muss den Kopf frei haben. Die kreative Kraft, kommt dann, wenn ich Ruhe finde. Im Moment habe ich gerade Großveranstaltungen zu organisieren, da kann ich keine Noten schreiben. Aber ich gewinne Energie in Momenten, wo man es nicht vermuten würde. Wenn ich zum Beispiel nach einem langen Tag noch ein Trio-Konzert zu spielen habe, dann kann ich dabei richtig auftanken. Oder wenn eine Chorprobe richtig gut läuft. Ich gebe Energie rein – und komme mit mehr Kraft heraus. Das ist ja eigentlich ein Paradoxon.

Du hast Dich als Kirchenmusiker viel mit Johann Sebastian Bach beschäftigt. Wie viel Bach steckt in Thomas Gabriel?
An der Börse würde man sagen: Er ist der Haupteigner und hat bestimmt mehr als 50 Prozent der Anteile.

Was hast Du von Bach gelernt?
Musik zu schreiben, die unkaputtbar ist. Du kannst Musik von Bach nicht kleinkriegen. Die ist so gut gebaut, dass du sie mit Synthesizer interpretieren, verpoppen oder Jazz darüber spielen kannst. Weil die Struktur so dicht ist. Das geht längst nicht mit allen Komponisten. Beethoven und Chopin haben auch geniale Melodien. Aber in dem Moment, wo du beginnst, sie zu bearbeiten, verlieren die Melodien ihre Gestalt. Bei Bach stimmt es in allen Bereichen, er legt in seinen Werken den ganzen Organismus von Musik frei. Du siehst die Hauptmelodie, aber auch glasklar, was darunter passiert. Das versuche ich zumindest auch in meinen Kompositionen.

Du bist nicht nur der kirchenmusikalischen Tradition verbunden, sondern spielst in Deinen Werken auch mit Elementen des Pop und Jazz. Welche Idee steht dahinter?
Das war eine ganz frühe Erfahrung in meinem Leben: Ich habe viele Orgelkonzerte gegeben, die immer mit großem Respekt honoriert wurden. Als  ich dann mit meinem Trio die gleiche Musik im Jazzstil gespielt habe, kam viel mehr Resonanz – da war Liebe, Begeisterung, Kommunikation. Die Musik kam bei den Leuten an, sie haben plötzlich begonnen, die Musik zu verstehen. Obwohl ich in meinen Augen eigentlich das Gleiche gespielt habe. Die Sprache der Popmusik ist eben die Sprache unserer Zeit. Und wenn es mit ihr gelingt, die Inhalte der Musik von Bach oder meiner Musik an die Menschen zu bringen, dann ist das doch gut.

Im Dezember wirst Du bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ selbst in die Tasten greifen. Wie ist das für Dich, Teil der Uraufführung eines eigenen Werkes zu sein?
Sehr spannend jedenfalls. Ich würde das nicht bei jedem Chor machen. Bei Vox Musica weiß ich aber, auf welch hohem Niveau sich das abspielt. Und wenn ich selbst am Klavier sitze, kann ich vieles, was nicht in der Partitur steht, noch einmal herausarbeiten. Den Klavierpart gibt es zwar in den Noten, aber ich werde da bestimmt ganz andere Dinge spielen.

Das Oratorium wird von Orchester und Band begleitet. Auf was kam es Dir bei der Instrumentierung an?
Auf die Farbigkeit. Die Orchestrierung ist für mich wie eine Farbpalette. Klar, man könnte auch nur die klassischen Farben Bläser und Streicher nehmen. Oder aber wie Gustav Mahler einfach mal alles ins Orchester setzen, was es so an Instrumenten gibt. Aber das Budget ist ja nicht unbegrenzt. Also kommt es darauf an, kreativ zu sein und reizvolle Klangbilder zu erzeugen. Mit Harfe, Akkordeon oder Englischhorn, die bei „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ zum Einsatz kommen, lassen sich tolle, effektvolle Farbmischungen herstellen.

„Gabriel – im Auftrag des Herrn“ ist nicht Deine erste Co-Produktion mit Vox Musica. Wir erinnern uns an das gefeierte Seligenstadt-Musical „Eginhard und Imma“. Was verbindet Dich mit diesem Chor?
Ganz grundsätzlich schätze ich Seligenstadt sehr, diese großartige Stadt mit einem bunten bürgerlichen Engagement in vielen Bereichen. Das kulturelle und musikalische Leben mit Chören und Orchestern ist einzigartig. Dieses kulturelle Netzwerk ist für mich als Kirchenmusiker und Komponist von großer Bedeutung. Und in diesem Geflecht ist Vox Musica ein ganz besonderer Knotenpunkt. Ich kenne den Chorleiter Christoph Dombrowski schon lange. Er ist ein großartiger Musiker, der meine Kompositionen einfach gut versteht. Und dann singen bei Vox Musica natürlich viele Freundinnen und Freunde von mir.

(Interview: Tobias Schwab)

 

Karten für die Aufführungen am Samstag, 28. Dezember, um 18 Uhr sowie am Sonntag, 29. Dezember, um 14.30 Uhr und 19 Uhr sind in Seligenstadt bei der Tourist-Info, bei Der Buchladen und bei Geschichten*reich sowie in der Hainburger Bücherstube Klingler zu haben. Die Tickets kosten 20 Euro für Erwachsene, 15 Euro für Schüler/innen und Studierende sowie 10 Euro für Kinder bis 12 Jahre. Karten können auch per Mail bestellt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.  

 

 

 

 

 

URAUFFÜHRUNG MIT VOX MUSICA
Öffentlicher Vorverkauf hat begonnen 

Seligenstadt. „Begeisterung und Vorfreude wachsen von Woche zu Woche“, sagt Martin Bergmann, Musik-Vorstand von Vox Musica. Gerade erst ist der Seligenstädter Chor von einem intensiven Probenwochenende in Bad Soden-Salmünster zurückgekehrt. Dort hat Christoph Dombrowski, Chef am Dirigenten-Pult, mit den rund 60 Sängerinnen und Sängern intensiv an „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ gearbeitet und auch erstmals die Solisten in die Proben einbezogen. Denn schon Ende Dezember wird Vox Musica das neue Oratorium von Thomas Gabriel in der Seligenstädter Kirche St. Marien uraufführen.

Das Stück ist ein Auftragswerk, das Gabriel – Komponist zahlreicher gefeierter geistlicher Musicals und Oratorien – für Vox Musica geschrieben hat. Auch der Text des biblischen Stoffes stammt aus seiner Feder. In der Eröffnungsszene erscheint Gabriel Maria und verkündet ihr, dass sie die Mutter Gottes werden soll. Maria kann es nicht fassen und fragt: „Warum gerade ich - findet Gott nicht Klügere, Reichere, Bedeutendere?“ Der Engel erzählt ihr dann, was Gott mit den Menschen schon versucht hat, wie sie dennoch immer wieder in die Irre liefen. In den folgenden Szenen treten dann Noah, Abraham, Lot, Daniel, Johannes, Elisabeth und Gott auf. Solistische Parts, die Vox Musica allesamt aus den eigenen Reihen besetzt.

Die Botschaft des Oratoriums ist dabei keineswegs von gestern. Thomas Gabriel stellt in seinem Stück auch aktuelle gesellschaftliche Bezüge her. In der Szene „Sodom und Gomorra“ spielt er beispielsweise auf die unersättliche Gier der Menschen heutzutage an, greift das Bild von „Bulle und Bär“ auf, das als Symbol der Börse auch für die Auswüchse der Finanzbranche steht. „Man muss nur die Augen öffnen“, sagt Gabriel. „Die Welt ist nicht besser geworden. Die Story ist im Grunde noch immer die gleiche.“

Kompositorisch hat der Seligenstädter wieder alle Register gezogen – fordert dabei Chor und Solisten auch in rasend schnellen und chromatischen Tonfolgen heraus, schafft mit Chorälen und Variationen von Popmelodien den typischen Gabriel-Sound, in den phasenweise auch die Zuhörer einstimmen dürfen. Thomas Gabriel wird bei den drei Aufführungen mit Vox Musica selbst am Piano in die Tasten greifen. Die musikalische Gesamtleitung von Chor, Orchester und Band hat Christoph Dombrowski.

Karten für die Aufführungen am Samstag, 28. Dezember, um 18 Uhr sowie am Sonntag, 29. Dezember, um 14.30 Uhr und 19 Uhr sind ab 10. Oktober in Seligenstadt bei der Tourist-Info, bei Der Buchladen und bei Geschichten*reich sowie in der Hainburger Bücherstube Klingler zu haben. Die Tickets kosten 20 Euro für Erwachsene, 15 Euro für Schüler/innen und Studierende sowie 10 Euro für Kinder bis 12 Jahre. Karten können auch per Mail bestellt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. (Tobias Schwab)

 

 
Intensives Probenwochenende in Bad Soden-Salmünster.